Mustafa Atici,
unser Basler Nationalrat

«Am 20. Oktober 2019 bin ich von der Stimmbevölkerung des Kantons Basel-Stadt für die nächsten vier Jahre zu einem von fünf Basler Nationalräten gewählt worden. Ich werde versuchen, diese neue Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen. Diese Website dient dazu, meine Wählerinnen und Wähler sowie alle Interessierten darüber zu informieren, wie ich mein Amt wahrnehme.»

Wer ist die Schweiz? Ein paar Gedanken zum 1. August

Der 1. August steht vor der Türe. Meine Kinder haben darauf bestanden, dass wir auch dieses Jahr am 1. August in der Schweiz sind. Ich vermute, dass der Hauptgrund dafür, vor allem beim Volksfest und Feuerwerk liegt. Für mich ist unser Nationalfeiertag aber auch eine gute Gelegenheit, um über unser Verhältnis zu unserer Heimat nachzudenken. Warum können wir stolz auf unser Land sein? Was zeichnet die Schweiz aus? Was macht uns zu Schweizerinnen und Schweizer?

Jetzt werden sicher einige skeptisch die Stirne runzeln. Was hat Mustafa Atici überhaupt für ein Verhältnis zur Schweiz? Kennt der Zugewanderte auch gegenüber der Schweiz so ein Gefühl wie Heimatliebe?

Ich bin stolz Basler zu sein und ich bin ein begeisterter Schweizer. Ich liebe dieses Land, mit all seinen Stärken – und trotz seinen Schwächen. Mich beeindruckt die Geschichte der Schweiz und die vielen Menschen, die dieses Land zu dem gemacht haben, was es heute ist. Und dazu gehören für mich auch die über eine Million Menschen, die seit 1970 eingebürgert wurden, und ebenso die zwei Millionen Menschen, die heute in diesem Land ohne Schweizerpass leben. Diese über drei Millionen Menschen bauen heute weiter an der Schweiz, bezahlen Steuern, engagieren sich und übernehmen viel Verantwortung. Sie sind ein wichtiger Teil der Schweiz und feiern am 1. August selbstverständlich mit.

Schliesslich feiert es sich gemeinsam am besten. Wir feiern ja nicht nur, dass die Schweiz ein Jahr älter geworden ist, sondern auch die Errungenschaften und Leistungen. Die Schweiz würde heute nicht so bestehen, wie sie ist, wenn wir es nicht immer wieder gut verstanden hätten, das Gemeinsame zu betonen und den Wert der Gemeinschaft mit allen Bevölkerungsteilen anzuerkennen und wertzuschätzen. Nach der Gründung des Bundesstaates 1848 galt es die Innerschweizer Kantone, die den Bundesstaat ablehnten, zu integrieren. In den 1870er Jahren musste man sich darum bemühen, dass die katholische Bevölkerung ihre politische Stimme in der Landesregierung erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Sozialdemokraten erfolgreich in die politische Regierungsverantwortung eingebunden. Und auch der SVP wurde vor nicht allzu langer Zeit aufgrund der Wahlresultate ein zusätzlicher Bundesratssitz gewährt. Viele weitere eindrückliche Beispiele dokumentieren die ausgeprägte Integrationskraft unseres Landes. Die Geschichte der Schweiz ist für mich deshalb auch eine Geschichte der erfolgreichen Integrationen. Ein entscheidender Schlüssel dazu ist die gesellschaftliche und politische Partizipation von unterschiedlichsten Minderheiten.

Ich bin daher sehr gespannt, wie wir diese Integrationsgeschichte mit den erwähnten drei Millionen Menschen erfolgreich weiterentwickeln werden. Ich bin überzeugt, dass wir dieses enorme Potential für unsere gemeinsame Heimat in den nächsten Jahren noch besser nutzen können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Freunden einen schönen ersten August und freue mich auf eine positive Zukunft für alle Einwohnerinnen und Einwohner dieses Landes.

30. Juli 2019